Zehn Tage – nicht mehr!

Ein Paradoxon aber wahr: Wer zu häufig Medikamente gegen Schmerzen einnimmt, der kann damit genau das Gegenteil bewirken. Oft verursacht nämlich dieser Übergebrauch von Medikamenten einen Dauerkopfschmerz. Der genaue Grund für diesen Negativeffekt ist allerdings noch ungeklärt.

Berühmter Migränepatient: Vincent van Gogh (1853-1890)

Angeblich ließ Vincent van Gogh in eines seiner Kunstwerke (die Sternennacht) seine ganz eigenen Erfahrungen mit Aura Wahrnehmungsstörungen einfließen. Auch er litt an Migräne.

Teurer Schmerz!

Rund acht Millionen Bundesbürger quält der Migräneschmerz. So sehr, dass sie nicht mehr arbeiten können. Im Jahr kosten diese Fehltage und Produktionsausfälle mindestens 3,5 Milliarden Euro!

Mit Naturkraft gegen Migräne!

Die Heilpflanze Pestwurz erfreut sich aufgrund der schmerzstillenden, entzündungshemmenden sowie krampflindernden Eigenschaften bereits seit der Antike großer Beliebtheit. Doch erst jetzt im 20. und 21. Jahrhundert haben wissenschaftliche Studien ihr echtes Potenzial aufgedeckt. Inzwischen gilt das Pestwurzextrakt bei renommierten Fachgesellschaften als anerkanntes Mittel zur Migränetherapie.

Akutbehandlung bei einem Migräneanfall

Bei einem akuten Migräneanfall werden die Informationen der Nervenzellen über Botenstoffe übertragen, den so genannten Neurotransmittern. Serotonin ist so ein Neurotransmitter. Für gewöhnlich haben Migräniker weniger Serotonin im Blut als die meisten Menschen. Während einer Attacke allerdings wird weit mehr Serotonin freigesetzt, als dies sonst der Fall ist. Der Überschuss des Botenstoffs sorgt dafür, dass sich die Gefäße weiten und Entzündungen entstehen. Normalerweise reguliert ein „Filter” unser Schmerzempfinden am Kopf, wodurch Schmerzreize blockiert werden. Nicht aber bei einer akuten Migräneattacke. Hier funktioniert dieser „Filter” nicht, im Gegenteil: Es kommt zu einer Schmerz-Überempfindlichkeit, einer Hypersensibilität an Nervenzellen – der Grund für den typisch heftigen Migräneschmerz!

Medikamente und Schmerzmittel bei Migräne

Sind die Migräneattacken nur leicht bis mittelschwer, so reichen häufig rezeptfreie Schmerzmittel (so genannte Analgetika) aus der Apotheke. Wirkstoffe wie

Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol haben sich in diesen Fällen bei den meisten Patienten bewährt. Je eher die Schmerzmittel eingenommen werden, desto besser. Sollten sie keine Wirkung zeigen, darf man auf gar keinen Fall mehrere Schmerzmittel zusammen einnehmen. Besser: Einen Arzt aufsuchen und seine Beratung vorziehen. Er wird bei mittelschweren bis schweren Migräneanfällen so genannte Triptane verschreiben.

Triptane – Balsam bei akuten Migräneattacken

Triptane sind Medikamente, die gezielt, schnell und effektiv gegen Migräne wirken und begleitende Symptome wie Übelkeit und Erbrechen bekämpfen. Triptane stehen seit 1990 zur Migränetherapie zur Verfügung, es gibt sie als Tabletten, Zäpfchen, Nasenspray oder in Form von Injektionen. Auch hier gilt: Je eher man Triptane im Verlauf einer Attacke einnimmt, desto besser wirken sie. Inzwischen gibt es auch ein Triptan, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist.

Migräneprophylaxe

Treten die Migräneattacken mehr als dreimal im Monat auf und halten diese länger als 72 Stunden an, so ist eine medikamentöse Vorbeugung ratsam. Infolge häufiger Anfälle werden auch vermehrt Schmerzmittel eingenommen. Doch frei verkäufliche Schmerzmittel und Triptane dürfen nur an zehn Tagen im Monat eingenommen werden und auch möglichst nicht an mehr als drei Tagen hintereinander, sonst droht ein durch Medikamentenübergebrauch ausgelöster Dauerkopfschmerz.

Lesen Sie mehr über natürliche Behandlungsmethoden und wie sich Attacken vorbeugen lassen.

Betablocker & Antiepileptika zur Migräneprophylaxe

Schmerztherapeuten raten hier oftmals im ersten Schritt, über vier Wochen einen Migränekalender zu führen, um die Anfallfrequenz und den Erfolg oder Misserfolg der jeweiligen Attackenmedikation zu dokumentieren. Anschließend gelten Mittel wie Betablocker oder Antiepileptika als erste Wahl zur medikamentösen Prophylaxe. Patienten, bei denen diese keine Wirkung zeigen, rät man oft zu Antidepressiva, die zur zweiten Wahl der Prophylaxe zählen. Doch diese Substanzen rufen wiederum oftmals unerwünschte Nebenwirkungen hervor. So können Müdigkeit, Schwindel oder Magenschmerzen auftreten. Aber dennoch: Eine Migräneprophylaxe reduziert die Erregbarkeit der Nervenzellen des Gehirns und ihre Erfolgswahrscheinlichkeit liegt immerhin bei rund 60%.