Migräne als Volkskrankheit?
Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit vielfältigem Krankheitsbild. Dieses ist meist durch einen heftigen, anfallartigen, pulsierend-pochenden und meist halbseitigen Kopfschmerz gekennzeichnet. Er wird begleitet von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit.
Übersetzt aus dem Griechischen heißt Migräne so viel wie „halber Schädel”. Betroffene wissen ganz genau warum: Die meist einseitig auftretenden, pulsierend-pochenden Schmerzen können sie mitunter 4 bis 72 Stunden völlig außer Gefecht setzen. Diese einseitigen Kopfschmerzen treten bei rund zwei Drittel aller Migräniker auf, während sie bei etwa einem Drittel sogar beidseitig vorkommen. Begleitet werden sie von Symptomen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem leiden viele während der Attacken unter starker Licht- und Lärmempfindlichkeit.
Experten schätzen: Jeder zehnte Deutsche hat Migräne
Durchschnittlich müssen sich Migränebetroffene auf 2,8 Attacken pro Monat einstellen. Bei einer Hochrechnung von ca. 36 Migränetagen pro Jahr und 360 Migränetagen in 10 Jahren verliert eine an Migräne leidende Person alle 10 Jahre ein ganzes Jahr durch die Krankheit. Oder anders ausgedrückt: Jeden Tag büßen in Deutschland ca. 760.000 Menschen einen kompletten Tag durch Migräne ein! (Quelle: Schmerzklinik Kiel)
Starker, pulsierender Schmerz mit Symptomen wie Übelkeit
Die Hauptphase eines Migräneanfalls ist in 70% der Fälle von einem halbseitigen Kopfschmerz gekennzeichnet. Dieser Schmerz pulsiert, nimmt bei körperlicher Betätigung zu und tritt insbesondere im Bereich von Stirn, Schläfe und Augen auf. Ruhe und Dunkelheit tragen hingegen zur Linderung bei. Die Kopfschmerzen werden oft von Symptomen wie Appetitlosigkeit (> 80%), Übelkeit (80%), Erbrechen (40–50%) sowie Lichtempfindlichkeit (60%) und Lärmempfindlichkeit (50%), manchmal sogar von Geruchsempfindlichkeit (<10–30%) begleitet. Diese Kopfschmerzphase kann bis zu drei Tage andauern.
Soziale Beziehungen sind bei Migräne schwer zu vereinbaren
Migräneattacken sind völlig unberechenbar. Sie können Betroffene ganz plötzlich heimsuchen und schachmatt setzen, private Verabredungen oder Geschäftstermine platzen lassen. Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen können diese Ausfälle oft gar nicht nachvollziehen – sehr zum Leidwesen der Kranken. Menschen mit Migräne müssen sich also einer doppelten Belastung stellen: der psychischen und der
physischen. Sie leben rund um die Uhr mit der Angst, vor dem Eintreten der Symptome, gleichzeitig fürchten sie, in der Familie, bei Freunden oder in der Arbeit auszufallen. Studien belegen, dass Migränepatienten ihre Lebensqualität als deutlich geringer empfinden als der Rest der Bevölkerung. Das langfristige Ziel einer erfolgreichen Migränetherapie kann daher nur eines sein: endlich die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern.
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Die Migräneaura – eine spezielle Form der Migräne
Eine besondere Form der Migräne ist die so genannte Migräneaura mit neurologischen Reiz- und Ausfallerscheinungen. Diese Aura geht einem Migräneanfall voraus und verursacht optische oder sensible
Wahrnehmungsstörungen (Doppelbilder, Blitze), im schlimmsten Falle sogar motorische Störungen.
Bei 20 bis 30% aller Betroffenen tritt vor der Attacke eine Migräneaura ein. Sie äußert sich durch erhebliche Wahrnehmungsstörungen. So kann mitunter das räumliche Sehen völlig abhanden kommen. Auch der Verlust der Berührungs- oder Kribbelempfindung in Armen, Beinen und im Gesicht sowie Gleichgewichts- und Sprachstörungen oder andere neurologische Ausfälle gehören zu den typischen Begleiterscheinungen einer Auraphase. In der Regel dauern diese bis zu 60 Minuten.








